Tagung 2023

76. Tagung des INMM

Raue Zeiten

Mittwoch 12. April bis Samstag 15. April 2023

Unter dem Oberbegriff der Rauheit thematisiert die Tagung einen künstlerischen Gestus, der die Neue Musik von Anbeginn begleitet hat, aber in den letzten zehn Jahren verstärkt in den Vordergrund getreten ist.

Auf einer materialbezogenen Ebene bezeichnet Rauheit musikalische Oberflächenstrukturen, in denen klangliche Unreinheiten und energetische Auflösungsprozesse – im Sinne einer musica impura – im Vordergrund stehen. Derartig „raue“ Fakturen können auf das Spannungsfeld von Perfektion und Imperfektion verweisen, lassen sich aber auch als Hinweis auf eine angestrebte Begegnung mit heterogenen Elementen begreifen, die sich einem integrierenden Amalgamierungsprozess entziehen.

Rauheit kann ferner als Antwort auf den Andrang einer als krisenhaft empfundenen Wirklichkeit gelesen werden und zugleich auf die zunehmend prekären Rahmenbedingungen verweisen, die das Komponieren Neuer Musik weltweit begleiten.

Auf der Tagung sollen die vielfältigen Facetten von Rauheit unter diversen Perspektiven (u.a. aus Musikwissenschaft, Kunstwissenschaft und Philosophie) in den Blick genommen und in Konzerten erlebbar gemacht werden.

Im Zentrum stehen die beiden Komponistinnen Iris ter Schiphorst und Milica Djordjević – zwei Künstlerinnen, deren Schaffen sich in durchaus unterschiedlicher Weise mit dem Begriff der Rauheit in Verbindung bringen lässt.

 

Programmvorschau:

MITTWOCH       

Eröffnungskonzert          

Begrüßung Robin Hoffmann           

Broken Frames Syndicate spielt Werke von Iris ter Schiphorst und Milica Djordjević         

        

DONNERSTAG 

Themenblock I: Raues in den Künsten     

mit Hans Zitko (Philosophie), Maren Harnack (Architektur)*, Sandra Brutscher (Kunstgeschichte)         

              

Hörlabor I mit Moritz Schneidewendt: Hi Bill! für Bassklarinette von Iris ter Schiphorst     

              

Themenblock II: Raue Musik        

mit Ariane Jeßulat (Musiktheorie), Martin Kaltenecker (Musikwissenschaft)         

              

Konzert:

Broken Frames Syndicate

spielt Werke von Vladimir Guicheff Bogacz, Milica Djordjević, Iris ter Schiphorst, Martin Schüttler u.a.

              

FREITAG

Themenblock III:              

Komponistinnenportraits Iris ter Schiphorst und Milica Djordjević           

mit Egbert Hiller und Martina Seeber

 (Musikwissenschaft / -journalismus)

 Roundtable Komponistinnen           

              

Hörlabor II mit Wolfgang Rüdiger: Nailing Clouds für Fagott von Milica Djordjević            

              

Themenblock IV: Raue Flächen   

mit Karolin Schmitt-Weidmann (Musikwissenschaft), Clemens Rathe (Medienwissenschaften)     

              

Kammermusik-Konzert  

gemeinsam kuratiert mit der Akademie für Tonkunst, Darmstadt            

              

Nachtkonzert

gemeinsam kuratiert mit dem Jazzinstitut Darmstadt  

              

SAMSTAG         

Themenblock V: Raue Zeiten       

mit Martin Schüttler (Komposition), Wolfgang Lessing (Musikpädagogik), N.N.(Soziologie)             

Abschlussdiskussion: Wie reagiert Neue Musik?        

 

* angefragt           

Stand Oktober 2022, Programmänderungen vorbehalten. Aktualisierungen unter www.neue-musik.org

 

Ort der Veranstaltungen, wo nicht anders angegeben:

Akademie für Tonkunst, Ludwigshöhstraße 120, 64285 Darmstadt

Das Institut für Neue Musik und Musikerziehung Darmstadt fördert zeitgenössische Musik aller Bereiche und ihre pädagogische Vermittlung.

Das thematische Spektrum reicht von der Tradition der kompositorischen Avantgarde über Klangkunst, Performance, Neue Medien und grenzüberschreitende Konzepte bis zur Improvisation, zum Jazz und zur Musik der Jugendkulturen.

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