26. – 27. Juni 2026 – Open Call »Time to Listen«

Open Call »Time to Listen«

Multispecies Creativity in Music and Sound

Inmitten der planetaren Krise entstehen weltweit Gemeinschaften, die sich der Pflege und gemeinsamen Gestaltung relationaler Lebensweisen widmen, in denen Gegenseitigkeit, Fürsorge und Respekt im Vordergrund stehen. Sie greifen dabei auf langjährige Indigene Praktiken zurück und experimentieren zugleich mit multispeziesbezogener Gerechtigkeit sowie mit Formen von mehr-als-menschliche Governance.
Time to Listen (26.–27. Juni 2026) geht der Frage nach, welche Rolle Klang in diesem Wandel spielen kann. Die Konferenz lädt dazu ein, die Idee des Zuhörens und des Musizierens auf mehr-als-menschliche Akteure auszuweiten: Tiere, Pflanzen, Flüsse, Ökosysteme und Technologien werden als klangliche Partner verstanden. In Vorträgen, Diskussionen und Performances erkunden wir Wege, das Hören und Musizieren vom Anthropozentrismus zu lösen und in eine ökologisch und klanglich vernetzte Welt zu überführen. Auf dem Spiel steht dabei nicht weniger als die Kreativität selbst: Wenn Beziehung – und nicht das autonome Individuum – zum Ort kreativen Handelns wird, welche neuen Formen geteilter Handlungsmacht, von Gegenseitigkeit und gemeinsamer Hervorbringung werden dann möglich? Und methodisch gefragt: Wie können künstlerische Praktiken, Zuhören und Aufmerken, Rituale, Emotionen, Geschichten, Humor und eine „produktive Eigenart“ jene Irritationen erzeugen, die transformative Öffnungen erlauben?
Die Konferenz ist Teil des Projektes SPREEKLÄNGE, einem Festival zeitgenössischer Musik entlang des Flusses Spree in Charlottenburg der Akademie der Künste (25.-28.6.2026) und findet in den Räumen der Akademie am Hanseatenweg statt. Sie wird von field notes /inm und Akademie der Künste gemeinsam veranstaltet und entsteht in Zusammenarbeit mit der Komponistin und Wissenschaftlerin Liza Lim, die das musikbasierte mehrjährige Forschungsprojekt »Multispecies Creativity and Climate Communication« (2025–2029) an der Universität Sidney leitet.

Wir laden Künstler*innen, Kurator*innen und Wissenschaftler*innen dazu ein, Sessions vorzuschlagen, die sie während des Symposiums am 26. bis 27. Juni anleiten möchten. Die Sessions dauern je 45 Minuten, das Format ist offen und kann von Vortrag, Projektvorstellung, Workshop, Sound Walk, Listening Session bis hin zur angeleiteten Improvisation reichen. Wir suchen Beiträge, die sich mit dem Themenschwerpunkt Multispecies Creativity in Musik und Sound auseinandersetzen.
Zum Ausgangspunkt können folgende Fragen genommen werden:

  • Wie können künstlerische Begegnungen zwischen Menschen, Tieren oder Pflanzen über das bloße Nachahmen von Tiergeräuschen hinausgehen?
  • Wie lassen sich Beziehungen zu den mehr-als-menschlichen Akteuren der Erde neu denken, vertiefen und gegenseitig transformativ gestalten?
  • Welche Verantwortung tragen wir gegenüber mehr-als-menschlichen Klangquellen?
  • Welche systemischen Interaktionen lassen sich in Beispielen inter- und multispezifischer Musik identifizieren?
  • Welche Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden, um kreative Räume für solche Klangnetzwerke zu ermöglichen?
  • Wie erweitern diese klingenden multispezies Netzwerke unser Verständnis von musikalischer Kreativität? Oder direkter: Was verstehen wir eigentlich unter »Kreativität«?

Bei Interesse bitten wir um einen kurzen Abstract (max. 2 Seiten) zum Inhalt und zum Format der Session, kurze Angaben zur Person und den technischen Bedarfen der Session (Video, Ton, etc.) bis zum 15. März 2026 per E-Mail an email hidden; JavaScript is required.
Für die Anleitung der Session während der Konferenz sowie für die schriftliche Aufarbeitung für den Reader der Konferenz ist ein Honorar von 500 € (brutto) vorgesehen. Anreise und Unterkunft können ggf. übernommen werden. Wir bitten den Bedarf im Anschreiben anzugeben.
Die Auswahl der Beiträge wird von einem Entscheidungsgremium aus Julia Gerlach (Akademie der Künste Berlin), Lisa Benjes (inm / field notes) und Liza Lim (Komponistin) getroffen und Ende März bekannt gegeben.

 

 

Weitere Informationen unter https://www.field-notes.berlin/konferenzen/time-listen-2026/Open-Call

Das Institut für Neue Musik und Musikerziehung Darmstadt fördert zeitgenössische Musik aller Bereiche und ihre pädagogische Vermittlung.

Das thematische Spektrum reicht von der Tradition der kompositorischen Avantgarde über Klangkunst, Performance, Neue Medien und grenzüberschreitende Konzepte bis zur Improvisation, zum Jazz und zur Musik der Jugendkulturen.

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