Symposium / Open Space: Improvisation und Ethik – 8. Symposium am exploratorium berlin

Anmeldeschluss: 15. Januar 2023

Zeiten
27.01.2023, 20:00 Uhr: Auftakt-Konzert
28.01.2023, 10:00 Uhr: Beginn ­– Open End
29.01.2023, 10:30–15:30 Uhr

Mit Joshua Bergamin, Helmut Bieler-Wendt, Tina Burova, Caroline Gatt, Christoph Irmer, Mathias Maschat, Annemarie Michel, Christopher A. Williams u. a.

Vom 27.–29. Januar 2023 veranstaltet das exploratorium berlin im Rahmen des Denkraum Improvisation sein 8. Symposium, das dieses Mal einen starken Open Space-Charakter trägt. Das Thema des Symposium / Open Space ist der Zusammenhang von Improvisation und Ethik.

Die Frage nach ihrer ethischen und damit auch ihrer politischen Dimension geht im Kontext freier Improvisation bereits auf ihre frühe Phase in den 1960er-Jahren zurück. Seither wird immer wieder auf die ethische Verankerung, aber auch auf das ethische Potential von Improvisation verwiesen. Sowohl von Musikerinnen und Musikern wird dieser Aspekt angeführt – wie beispielsweise von Cornelius Cardew in seinem paradigmatischen Text Towards an Ethic of Improvisation von 1971 –, als auch im akademischen Kontext wie etwa von dem kanadischen Forschungsprojekt Improvisation, Community, and Social Practice (ICASP), welches „musikalische Improvisation als entscheidendes Modell für politische, kulturelle und ethische Kommunikation und Aktion“ erachtet. Auch im exploratorium begreifen wir die Prinzipien von Improvisation als ethisch, was einer der Gründe für unser Anliegen der Improvisationsvermittlung ist.

Zu den Grundpfeilern von Improvisation gehören Selbstorganisation, Eigenverantwortung, Autonomie, Kooperation, kreative Interaktion, Ergebnisoffenheit, freie Gestaltung und Prozessualität. Das verbindet Improvisation mit der Open Space-Methode. Entscheidend beim Open Space ist, dass es keine von außen vorgegebene zeitliche Struktur gibt und auch die Themen von Teilnehmenden selbst eingebracht und gemeinsam ausgearbeitet werden. Zentral sind der Austausch, die Gespräche, die Kommunikation, – und dass frei nach den eigenen Interessen und Schwerpunkten agiert werden kann. Diese besondere Form des Open Space soll den Rahmen für das letzte Symposium in den alten Räumen des exploratorium bilden. Zugleich wird damit ein Raum der Begegnung geschaffen, in dem mit Blick auf Ethik eine der zentralen Fragen in Bezug auf Improvisation den thematischen Fokus darstellt, – und in dem nicht zuletzt der Raum für auch musikalisches bzw. künstlerisches Improvisieren als eine besondere Ausprägung des Open Space eröffnet wird.

In der grundsätzlichen Offenheit einer sich verändernden Methode sind einige kürzere Impulsreferate vorgesehen, die verschiedene Einstiege in das Thema bieten: Frieden und Improvisation (Helmut Bieler-Wendt), Improvising Equality (Tina Burova), Improvisation und die Ethik als Erste Philosophie bei Lévinas (Christoph Irmer), Resonanz als Ethik von Improvisation (Mathias Maschat) sowie Improvisation und das gute Leben (Annemarie Michel). Außerdem stellen Joshua Bergamin, Caroline Gatt und Christopher A. Williams mit Anatomy of a (Musical) Ethics Lab ihr an der Kunstuniversität Graz angesiedeltes Forschungsprojekt (Musical) Improvisation and Ethics vor und berichten von ihren Methoden und den Forschungsergebnissen des ersten Projektjahrs.

Die Teilnahme an dem Symposium / Open Space ist offen und wir laden hiermit herzlich dazu ein. Der Anmeldeschluss ist am 15. Januar 2023. Anmeldungen per E-Mail gehen bitte an Mathias Maschat: email hidden; JavaScript is required
Weitere Informationen finden sich hier in der Einladung.

Den Auftakt zu dem Symposium / Open Space: Improvisation und Ethik, am 27. Januar 2023 um 20:00 Uhr, bildet als 20. Ausgabe der Sound & Lecture-Reihe des exploratorium ein Werkstatt-Konzert mit Gespräch, überschrieben mit dem Titel: (Musical) Ethics Lab Satellite 1. Christopher Williams wirft gemeinsam mit Carl Ludwig Hübsch (Tuba), Christoph Irmer (Violine), Magda Mayas (Klavier), Nina Polaschegg (Kontrabass) und Wolfgang Schliemann (Perkussion) auf musikalische Weise Fragen zu den Bezügen zwischen Ethik und Improvisation auf und erörtert diese, moderiert von Mathias Maschat, mit den beteiligten Musiker*innen und dem Publikum.

Tagungssprache: Vorwiegend deutsch; einzelne Beiträge erfolgen möglicherweise in Englisch.

Das Institut für Neue Musik und Musikerziehung Darmstadt fördert zeitgenössische Musik aller Bereiche und ihre pädagogische Vermittlung.

Das thematische Spektrum reicht von der Tradition der kompositorischen Avantgarde über Klangkunst, Performance, Neue Medien und grenzüberschreitende Konzepte bis zur Improvisation, zum Jazz und zur Musik der Jugendkulturen.

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