WEHR51 im November: VIRTUAL BRAIN (Live) und TRANSFLEISCH (Ursendung im Deutschlandfunk)

18.-21. November 2021 und 17.-20. Februar 2022

Beginn: Do-Sa: 20:00 Uhr / So: 18:00 Uhr, Orangerie Theater, Volksgartenstr. 25, 50677 Köln

VIRTUAL BRAIN – die Überwindung des Todes – ein installativer Abgesang

Wir stehen am Scheideweg zu einer neuen Evolutionsstufe, die verspricht, den Traum von der Überwindung des Todes und den von der Unsterblichkeit endlich wahr zu machen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologien, wie intelligente Prothesen und Brain-Computer-Interfaces, bereiten dafür den Weg. Wie wird er aber aussehen? Als posthumaner Zustand einer virtuellen Welt in konservierten Hirnen oder einer Mensch-Maschinen-Symbiose, wie es James Lovelock in „Novozän“ beschreibt?

„Die rund einstündige Aufführung in der Orangerie ist eine binäre Orgie jenseits des Verstands, deren Faszination man sich kaum zu entziehen vermag, wenngleich sie Risse im Fundament des Gleichgewichts verursacht. Die Texte aus der Feder von Charlotte Fechner und Götz Leineweber fokussieren das Sujet von körperlicher und geistiger Optimierung, der Schaffung eines effektiven, doch stets morbiden Ersatzteillagers, bestehend aus Gliedmaßen, Organen, sowie Einsen und Nullen. Im 360-Grad-Dauerbeschuss der analogen wie digitalen Codes, Botschafen und Fragestellungen vor, neben, über und hinter den Köpfen des Publikums verlieren jegliche Strukturen des klassischen Theaters ihre Konturen. Sie verschmelzen zur interstellaren Schleife, in der Sender und Empfänger im blitzenden Stakkato einer außerirdischen Energie kollabieren, um im Schock der Reanimation neu zu entstehen. … Das sechsköpfige Ensemble agiert wie eine Maschine … zugleich legt WEHR51 damit ein maßgeschneidertes Modell vor, das sich anschickt, die Realität zu überholen. Atemberaubend.“ (Thomas Dahl in Choices 11/2021)

Besuchen Sie auch den 6-teiligen Podcast zur Produktion: https://anchor.fm/wehr51 oder auf der Webseite: https://wehr51.com/virtual-brain.html

mit: Asta Nechajute, Miriam Meissner, Anna Möbus, Marc Fischer, Torsten-Peter Schnick, Thomas Krutmann | Texte: Charlotte Luise Fechner (Das Ossuarium der Zukunft), Götz Leineweber (Die Haut) | Regie: Andrea Bleikamp | Dramaturgie: Rosi Ulrich | Kostüm: Paula Noller | Komposition/Musik: Sibin Vassilev | Sounddesign: Rosi Ulrich | Video: Jens Standke | Lichtdesign / Technik: Jan Wiesbrock, Jan Kutscher | Tontechnik: Tobias Zimmermann | Regie-Assistenz: Gina Bensch | Foto: Claus Stump | PR & Öffentlichkeitsarbeit: neurohr & andrä

Produziert von WEHR51, in Kooperation mit Freihandelszone – ensemblenetzwerk köln und Orangerie Theater, Köln
gefördert durch: Kunststiftung NRW, Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Sonderprogramms AUTONOM, Kulturamt der Stadt Köln, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Podcast ist gefördert durch die RheinEnergie StiftungKultur

 

22. November 2021, 22:05 Uhr, Radiofestival des Deutschlandfunks

TRANSFLEISCH – MusikTheater über Wahrnehmung und Bewusstsein – mit dem Ensemble electronic ID

Die 2013 entstandene Produktion von Sergej Maingardt und Rosi Ulrich (ursprünglich für einen Schauspieler, elektronischem Zuspiel und Video gearbeitet) wurde nun mit dem Ensemble electronic ID und dem Schauspieler Kai Hufnagel im Deutschlandfunk aufgenommen. Die Ursendung ist im Rahmen des Festivals Forum neuer Musik des Deutschlandfunks am Montag 22.Nov. um 22.05 im Radio und digital zu hören.

https://www.deutschlandfunk.de/forum-neuer-musik-2021-wollen-wir-den-tod-ueberwinden.4158.de.html?dram:article_id=504684

Die MusikTheater-Performance TRANSFLEISCH experimentiert an den Grenzen der akustischen und visuellen Wahrnehmung. Wie ist das mit dem Bewusstsein und der Erfahrung von „Realität“? Ergeben sich durch die veränderten Lebenswelten, wie die virtuellen Welten im Web, neue Narrationsformen? Beeinflussen neuere Theorien über das Bewusstsein als eine Simulation von „Realität“ unsere Wahrnehmung? „Die Grundidee besagt, dass der Inhalt des Bewusstseins der Inhalt einer simulierten Wirklichkeit in unserem Gehirn ist und dass das Gefühl des Daseins selbst ein Teil dieser Simulation ist.“ (Thomas Metzinger, „Der Ego-Tunnel“).  Wie aber könnte man – gefangen in der Simulation – erkennen, dass es sich um eine Simulation handelt? Wie kann man beweisen, dass das Bewusstsein mehr ist als das, was in den Gehirnen gefangen ist? Das ginge nur über Aneignung von Bewusstsein, auf das das Gehirn keinen Zugriff hat. Also über die Erfahrung von unterschiedlichen Ereignissen im gleichen Raum und in der gleichen Zeit.

Konzept & Video: Sergej Maingardt & Rosi Ulrich | Komposition & Klangregie: Sergej Maingardt | Text: Rosi Ulrich | Schauspiel: Kai Hufnagel

Ensemble electronic ID: Pia Hauser – Flöte | Tobias Gubesch – Klarinette | Matthias Schuller – Posaune | Felix Knoblauch – Klavier und Sampler | Ségolène de Beaufond – Violine | Laura Hovestadt – Viola | Rebekka Stephan – Violoncello

Das Institut für Neue Musik und Musikerziehung Darmstadt fördert zeitgenössische Musik aller Bereiche und ihre pädagogische Vermittlung.

Das thematische Spektrum reicht von der Tradition der kompositorischen Avantgarde über Klangkunst, Performance, Neue Medien und grenzüberschreitende Konzepte bis zur Improvisation, zum Jazz und zur Musik der Jugendkulturen.

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