Florentine Mulsant erhält den großen Preis der SACEM für zeitgenössische Musik

Florentine Mulsant erhält den großen Preis der SACEM für zeitgenössische Musik

(Grand Prix de la musique classique contemporaine)

Seit Montag stehen die Gewinner*innen fest: Die Sacem, die französische GEMA, hat die Gewinner*innen des Grand Prix bekannt gegeben. Dieser wird am Montag, den 2. Dezember 2019 im Salle Pleyel in Paris übergeben. In diesem Jahr bekommt erstmalig eine Komponistin den großen Preis für klassische zeitgenössische Musik für ihr Lebenswerk: Florentine Mulsant.

Die Jury sagt über Florentine Mulsant: „Komplexität gemischt mit Finesse ist eins der wichtigen Kennzeichen ihrer Kompositionen. Florentine Mulsant wird sowohl von den Lehrern, die sie ausgebildet haben, als auch von ihren SchülerInnen und den Aufführenden Ihrer Werke auf der ganzen Welt geschätzt. Die Komponistin schafft es, jedem ihrer Werke einen lebhaften Ausdruck zu verleihen, der dennoch sanft und zart wirkt.“ Wie Mulsant in einem Interview im Jahr 2005 verriet, entwickelte sich ihre Leidenschaft für die klassische Musik dank eines glücklichen Zufalls: „Für meine Schwester war ein Klavier gekauft worden, doch als es ankam, war mir sofort klar, dass es für mich bestimmt war. Ich war zehn Jahre alt und von da an war das Klavier mein Begleiter für jeden Moment.“

Florentine Mulsant wurde 1962 in Dakar geboren und begann 1977 ein Studium am Konservatorium für Musik und Tanz in Paris (CNSMDP). Anschließend studierte sie Komposition an der Sorbonne, wo sie durch Claude Debussy, Maurice Ravel, Olivier Messiaen und Henri Dutilleux beeinflusst wurde, wie sie selbst sagt. Vielfach preisgekrönt umrunden ihre Werke die Welt, werden von vielen Solisten und Orchestern interpretiert; und Kompositionsaufträge von Orchestern und Interpreten sind ihr Ansporn. Mulsant erhielt bereits 2019 den Orden chevalier de l’ordre des Arts et des Lettres vom französischen Kulturminister.

Ihr Oeuvre umfasst fast 90 Werke, vom Solostück über Kammer- und Orchesterwerke bis hin zur Vokalmusik. Florentine Mulsant steht an der Spitze der zeitgenössischen Komponistinnen. Momentan arbeitet sie an folgenden Auftragswerken: Ihrem 5. Streichquartett, dass im August 2020 beim Festival d’Ouessant uraufgeführt wird, dem Flötentrio Feuilles d’ Automne op. 89, ein Auftragswerk der Internationalen Flötengesellschaft und die Rhapsodie for violon et piano, ein Auftrag des Internationalen Wettbewerbs für Kammermusik, der im April 2020 in Lyon stattfindet. Ihr gesamtes Oeuvre ist beim Furore Verlag in Kassel verlegt.

Bisherige Gewinner des Grand Prix de la musique classique contemporaine (carrière) sind: Philippe Schoeller (2018), Karol Beffa (2017), Thierry Pécou (2016), Richard Dubugnon (2015), Bernard Cavanna (2014), Alain Kremski (2013), Eric Tanguy (2012).

 

Mehr über Florentine Mulsant

http://www.florentinemulsant.com/

Die französische Komponistin Florentine Mulsant wurde 1962 in Dakar geboren. Sie studierte 12 Jahre lang die traditionellen Disziplinen (Harmonielehre, Kontrapunkt, Analyse und Orchestrierung) am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris bei namhaften französischen Professoren. 1987 erhielt sie mit einstimmigem Votum der Jury den ersten Preis im Fach Komposition an der Schola Cantorum in Paris. Ihr dortiger Lehrer war Allain Gaussin. Außerdem hatte sie Kompositionsunterricht bei Franco Donatoni an der Academia Chigiana in Siena, Italien, und bei Alain Bancquart am CNSM in Paris. 1991–1998 hatte sie einen Lehrauftrag für Musiktheorie an der Universität Paris IV-Sorbonne.

Viele ihrer Werke sind Auftragskompositionen und werden auf größeren Musikfestspielen in Frankreich, Deutschland, Schweiz, USA, Taiwan und Chile von namhaften Orchestern und SolistInnen (u. a. Lise de la Salle, Quatuor Debussy, Quatuor Manfred, Quatuor Terpsycordes, Quatuor Gaia, Quatuor Akilone, Vahan Mardirossian, Ensemble Sequenza 9.3, Orchestre Philharmonique de Radio-France, Orchestre Colonne, Orchestre National d’Île-de-France, Orchestre National de Chambre d‘Arménie, Orchestre Philharmonique de Trêves, Orchestre Symphonique de la Radio de Prague) (ur)aufgeführt.

Sie gewann viele Preise und Auszeichnungen. 2011 erhielt sie den Preis „Nadia et Lili Boulanger“ der Academie des Beaux-Arts. 2015 wurde sie als „composer in residence“ vom Konservatorium Marseille nominiert. 2018 war sie Gast-Komponistin des Festivals des Arcs in Frankreich. 2019 wurde sie vom Kulturministerium als Chevalier de l‘Ordre des Arts et Lettres ausgezeichnet. 2019 erhält sie den Grand Prix Sacem, ausgezeichnet als Komponist*in des Jahres 2019 für klassische zeitgenössische Musik.

Ihre Diskographie umfasst eine Kammermusik-CD (Ar Ré-Sé, 2007), ein Werk auf der CD Musique Française au féminin (Ensemble Latitudes, Triton, 2012) und eine CD mit der Ersten Sinfonie und den 24 Preludes für Klavier (Maestria, 2013). 2016 wurden ihre drei Fantaisies op. 48 für Violine und Harfe (Animato) und ihre Sonate für Kontrabass und Klavier op. 52 (Triton) eingespielt. Im Jahr 2017 erschien eine Kammermusik-CD (AR Ré-Sé, 2017), die während des Ouessant Festivals aufgenommen wurde, sowie eine CD mit der Suite für Streichorchester op. 42. Diese CD wurde für den 20. Grand Prix Lycéen des Compositeurs ausgewählt. 2018 erschien eine CD mit zwei von Hélène Schmitt eingespielten Werken für Violine solo (Maguelone). 2019 ist bei Skarbo eine neue CD mit ihrem Konzert für Piccolo und Orchester von Jean-Louis Beaumadier heraus-gekommen.

Beeinflusst von der französischen Schule des 20. Jahrhunderts wie insbesondere Debussy, Ravel, Messiaen und Dutilleux lässt sich Florentine Mulsants musikalischer Stil als sehr ausdrucksstark charakterisieren, mit wirklicher Freiheit im Ausdruck und klarer musikalischer Form.

 

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Das thematische Spektrum reicht von der Tradition der kompositorischen Avantgarde über Klangkunst, Performance, Neue Medien und grenzüberschreitende Konzepte bis zur Improvisation, zum Jazz und zur Musik der Jugendkulturen.

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