Archive for the 'Aktuelles' Category

Tilmann Küntzel – Mai bis Juli – Belzig, Wustrau, Bremen, Essen

Mai bis Juli:

1) in Hommage an die Fußball-Radiokommentatoren: SYNCHRONOUS RECORDINGS 
- RADIO COMMENTATORIES IN NATIVE TOUNGUE von 2006,
2) eine Model-Ausstellung mit Projekten für die Wustrauer Luch 
(Ostprignitz) mit einer Variante der SLEEP CAPSULE,
3) der Aufführung von HARBOUR SYMPHONY von 1996 in der Reihe 
elektronischer Musik, Bremen,
4) die Video-Installation SONIC EYE von 2010 auf der Medienkunst-Messe 
contempoary art ruhr 2010 (C.A.R.), Welterbe Zollverein, Essen.
Noch bis 11. Juni: NEOPHONIE + MASH UP RADIO, Galerie écart, Osnabrück. 
www.galerie-ecart.de

——–

*1) Ausstellungseröffnung*

5760 MINUTEN – SYNCHRONOUS RECORDINGS
eine audiovisuelle Ausstellung über die Fussball-WM 2006

Eröffnung: Sonntag 30. Mai 2010,
15:30 Uhr auf Burg Eisenhardt, Belzig

Die Ausstellung ist am Eröffnungstag von 13 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.
Kunsträume Burg Eisenhardt, Wittenberger Str. 14, 14806 Belzig
Öffnungszeiten: Mi-Fr 11-17 Sa/So 11-18
Ausstellungszeitraum: 30. Mai – 18. Juli 2010

*Tilman Küntzel*: World Cup 06 – Synchronous Recordings of Radio 
Commentaries in Native Tongues
*Susken Rosenthal*: 5760 Minuten – Simultanzeichnungen der WM-Spiele 06

Das improvisierte Sprechen eines Radioreporters in einem Stadion ist ein 
Klangereignis, das von höchster Kunst der Lautäußerung zeugt. Der 
Sprachduktus wird von emotionalen Empfindungen bestimmt, denen der 
Reporter beim Beschreiben des Spielverlaufs ausgesetzt ist. Tilman 
Küntzel hat im Verlauf der Fußball Weltmeisterschaft 2006 alle 
Radioübertragungen der Länderspiele live in den jeweiligen 
Ländersprachen aufgezeichnet. Dieses geschah über Satellit, Mittelwelle 
oder Internetstream – oder wurde in den jeweiligen Ländern direkt 
mitgeschnitten. Jeweils die Reportagen der beiden gegnerischen 
Mannschaften wurden dann synchronisiert und sind in der Installation als 
parallele Klangcollagenpaare hörbar. Sie sind zugleich Sinnbild für die 
simultan stattfindende Entladung emotionaler Energien bei Milliarden von 
Menschen rund um den Globus. Hören wir hinein, hören wir in den 
Resonanzraum dieser Welt.

Susken Rosenthals Projekt „5760 Minuten“ dokumentiert ebenfalls den 
Spielverlauf der gesamten WM 2006. Ihre Fußballzeichnungen zeigen alle 
Ballbewegungen aus der Vogelperspektive. Die konzeptuelle Serie folgt 
den Vorgaben von Zeit (90 Minuten) und Form (Spielfeld). Wie ein 
Seismograf wurden sämtliche Ballbewegungen simultan zum Spielverlauf vor 
dem TV-Monitor direkt mitgezeichnet. Einzelne Spielzüge, Strategie und 
Kräfteverhältnisse, Ecken und Tore sind ablesbar. Jede Grafik ist ein 
authentisches Energieprofil eines konkreten Spiels. In der Summe werden 
sie zu filigranen, rein ästhetischen Liniennetzen mit minimalen 
Verdichtungen an Stellen vermehrter Bewegungsenergie.

www.kunstpflug.de

*2) Ausstellungseröffnung*

FOLLY. ORTE ZUM VERWEILEN

Eröffnung: Samstag, 5. Juni 2010,
14.00 Uhr, Wustrau, Ostprignitz, Ruppin

Modelle für die Wustrauer Luch von Ines Doleschal, Cècile Dupaquier, 
Lilly Grote, Andrea Maria Krenn, Peter Kulev, Gerald Rossbach, *Tilman 
Küntzel*, Juliane Laitzsch, Volker Leonhardt, Matthäus Thoma, Mariel 
Poppe, Wolfgang Rempfer, Daniel Schörnig, Gaby Taplick.

6. Juni 2010 – 31. Juli 2010
Foyer Hotel & Restaurant Seeschlösschen
Am Schloss 8 | 16818 Wustrau
Öffnungszeiten: täglich 12.00 – 21.30 Uhr

Die Projektidee Folly. Orte zum Verweilen entstand bereits 2008 aus dem 
Wunsch der Berliner Galeristin und Kuratorin Christina Friedman, die ihr 
seit vielen Jahren bekannte und vertraute Landschaft um das Dorf Wustrau 
im Ruppiner Land zur Protagonistin eines Kunstfestivals zu machen. 
Christina Friedmans Anliegen ist vor allem ein spannungsreicher Dialog 
zwischen Kunst und Natur. So sind die künstlerischen Beiträge, 
sogenannte „Follies“, auf Wiesen, an Feld- und Waldrändern, unter 
Baumgruppen vorstellbar, wo sie teils diskret und zurückhaltend stehen, 
teils aber auch als Eye-catcher platziert sind. Ihre spezifische Form, 
sowie der Standort, sind immer auch als Einladung an den Betrachter 
gedacht, zu verweilen, um die Erhabenheit und Stille der Landschaft zu 
genießen, den Blick in die Ferne zu richten, etwas Unerwartetes zu 
entdecken und vielleicht auch Fremdheit und Irritation zu fühlen.
Das Projekt ist als ein im Abstand von zwei Jahren wiederkehrendes 
Kunstfestival angelegt, das unter einer stets wechselnden inhaltlichen 
Akzentuierung, jedoch unter Beibehaltung der Grundidee „Folly“ in 
Wustrau und Umgebung stattfindet. Neben den künstlerischen Beiträgen, 
die jährlich neu per Ausschreibung gewonnenen werden sollen, ist eine 
wichtige Komponente des Festivals die Einbindung in die Umgebung: 
Workshops mit Kindern und Jugendlichen sind ebenso geplant wie ein 
lebendiges und vielseitiges Programm von Begleitveranstaltungen und 
Kunstervermittlungsangeboten.

www.folly-projekte.de

*3) Konzert *

HARBOUR SYMPHONIE

Reihe elektronische Musik REM
Bremen, 24. Juni 2010
Spedition am Güterbahnhof

“Werkl-Ich an der Wirklichkeit”
Elektronische Musiken, die Realitäten verändern und machen von:
dis.playce, Luc Ferrari, Tilman Küntzel, Light-ung, Bobo Ostertag, Akos 
Rózmann, Luigi Russolo und wenige anderen.
Vierkanalig präsentiert von
Jan van Hasselt und Christoph Oriermann

*4) Ausstellungseröffnung*

CONTEMPORARY ART RUHR (C.A.R.) 2010,
Forum & Medienkunst-Messe, 2.-4.Juli 2010

Eröffnung: Freitag, 2. Juli, 18 Uhr, Essen
Welterbe Zollverein, Kokerei, Mischanlage, Gebäude C 70, & Salzlager,
The Palace of Projects, Gebäude C 88, sowie auf dem Außengelände

Öffnungszeiten:
Samstag, 3. Juli , 11:00 – 19:00 Uhr
Sonntag, 4. Juli, 11:00 – 19:00 Uhr
Kokerei Zollverein
Arendahls Wiese, 45141 Essen

* Ausgewählte MedienkünstlerInnen mit Förderflächen: Nikola Dicke,
Osnabrück, Svea Duwe, Dresden, Christiane Fichtner, Bremen, Oliver
Held, Köln, Janne Höltermann, Hamburg, *Tilman Küntzel, Berlin*,
Adrian Lehmann, Leipzig, Nina Annabelle Märkl, München, Franziska
C. Metzger, Berlin, Egbert Mittelstädt, Köln, MOOVs: Detlef
Klepsch, Axel Klepsch & Nils Kemmerling, Düsseldorf, Seung-Won
Park, Hamburg, Gonzalo H. Rodríguez, Köln, Corinne Schneider,
Blankenheim-Hüngersdorf, Tina Tonagel, Köln, Luis Valdivia,
Salzburg/ Österreich, Andrè Chi Sing Yuen, Düsseldorf
*
www.contemporaryartruhr.de

www.tkuentzel.de

Johannes Fritsch +

Prof. Johannes Fritsch

27. Juli 1941 – 29. April 2010

ein Nachruf auf den langjährigen ersten Vorsitzenden des INMM

Am 29. April starb der Komponist, Lehrer und Verleger Johannes Fritsch im Alter von 68 Jahren in Bonn. Wir trauern um einen einzigartigen, großzügigen Menschen und Freund. Er wird uns nicht nur durch sein Werk und unermüdliches Wirken für die Sache der Neuen Musik in Erinnerung bleiben. Wir erinnern uns auch mit Dankbarkeit an seine menschliche Integrität, seinen Humor, seine Zuverlässigkeit und die Beharrlichkeit, mit der er auch für unpopuläre Randgebiete der zeitgenössischen Musik, die nicht im etablierten Verlags- und Konzertleben Fuß fassen konnten, eintrat. Sein umfassendes Wissen und sein großer Bildungshorizont, der weit über die Belange der Musik hinausreichte, machten ihn zu einem faszinierenden, Respekt einflößenden Lehrer. Mit Johannes Fritsch und seinen lebenslangen Aktivitäten verlässt uns auch eine wichtige Facette in der Vielfalt des heutigen Musiklebens.

 

Geb. am 27. Juli 1941 in Bensheim-Auerbach an der Bergstraße, studierte Johannes Fritsch an der Universität und der Musikhochschule in Köln Musikwissenschaft, Soziologie, Philosophie, Viola und Komposition bei Bernd Alois Zimmermann. Von 1965 – 70 war er Mitglied des Stockhausen Ensembles und konzertierte mit diesem weltweit.

Als Komponist erhielt Johannes Fritsch zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Preis der Biennale Paris, den Robert Schumann Preis der Stadt Düsseldorf und ein Stipendium in der Villa Massimo Rom. Seine Werke wurden und werden nahezu in aller Welt in bedeutenden Festivals und Konzertreihen gespielt. Viele wurden von Rundfunkanstalten produziert und  sind auf CD erschienen.

In den Jahren 1970 und 1971 gründete Johannes Fritsch zusammen mit den Komponisten Rolf Gehlhaar und David Johnson das Feedback Studio und den Feedback Studio Verlag, den ersten Deutschen Komponistenverlag. Studio und Verlag wurden zur Wirkungsstätte des Verlegers, Autors, Herausgebers und Veranstalters Johannes Fritsch. Hier publizierte er seine Werke und die von 20 weiteren Komponisten, die Feedback Papers, Bücher zu Weltmusik Kongressen und CDs. In den Räumen des Feedback Studios veranstaltete er mehr als 30 Jahre lang kleine Konzerte, die so genannten Hinterhausmusiken. Sie waren ein Forum für neuste Strömungen der zeitgenössischen Musik und eine wichtige Station auf den Konzertreisen vieler Komponisten und Musiker aus anderen europäischen Ländern und Kontinenten.

Der Lehrer Johannes Fritsch unterrichtete ein breites Spektrum an Fächern an verschiedenen Institutionen: natürlich Komposition, aber auch Musiktheorie, Analyse, Musikästhetik, Musiksoziologie, Improvisation, allgemeine Harmonik u. a. Sein Weg als Lehrer führte vom Konservatorium der Stadt Köln zur Akademie für Tonkunst in Darmstadt. Hier lernte er seine zweite Frau, Prof. Dr. Ingrid Fritsch, kennen, die damals Klavier studierte und später Musikwissenschaftlerin und Japanologin wurde. Auch ihre Eheschließung 1974 und die Geburt ihrer Tochter Lena Fritsch, 1982, fallen noch in diese „Darmstädter Zeit“.

1984 wurde Johannes Fritsch an die Musikhochschule Köln berufen, wo er als Professor für Komposition lehrte. Er war Dozent bei den Darmstädter Ferienkursen und arbeitete von 1974 bis 1998, also fast 25 Jahre, im Vorstand des Darmstädter Institutes für Neue Musik und Musikerziehung, viele Jahre davon als erster Vorsitzender.

 

KOMPONIST

Das kompositorische Schaffen von Johannes Fritsch ist vielschichtig und schwer zu erfassen. Geprägt durch die abendländische Musikgeschichte vom Mittelalter bis zur Moderne, durch Komponistenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts so unterschiedlich wie Bernd-Alois Zimmermann, Karlheinz Stockhausen und Morton Feldman und durch ein tiefes Interesse an außereuropäischer Musik hat Fritsch über 127 Werke für alle Besetzungen und Gattungen geschrieben. Seine Musik ist außerordentlich vielfältig und richtet ihren Fokus fast von Stück zu Stück auf unterschiedlichste inhaltliche, kompositionstechnische, philosophisch-ästhetische oder strukturelle Aspekte. Man mag sich fragen, warum Fritsch, der in zahlreichen seiner Stücke eine eigene Musiksprache gefunden hatte, sich diese nicht als Markenzeichen zu Eigen machte und fortan Musik im Stile Fritschs produzierte.

Er tat es nicht und suchte in seinen Kompositionen immer wieder neue Herausforderungen und Unbekanntes. Er verarbeitete musikalische Einflüsse und Eindrücke aus unterschiedlichsten Zeiten und Kulturen, und ließ Klangwelten, die er sich kompositorisch einmal erschlossen hatte, in der Regel schnell wieder hinter sich, um sie bestenfalls Jahre später noch einmal aufzusuchen und unter veränderten Voraussetzungen erneut zu durchdringen. War es Desinteresse, auf bereits ausgetretenen Pfaden zu wandeln oder verbergen sich hinter der Wandelbarkeit seines Werkes die eigenen Zweifel an allem, was aus der Sphäre der Ideen und Gedanken eine konkrete und endgültige Form angenommen hat?

Johannes Fritsch schuf Werke elektronischer Musik, z. B. 1964 die Komposition Fabula Rasa. Es ist abstrakte, ungemein kraftvolle Musik, von der Fritsch sagte, sie hätte Entsprechungen zu archetypischen Prozessen in der Natur, wie Stürme oder Gewitter. Unter völlig anderen ästhetischen Prämissen entstand die ebenfalls elektronische Komposition Modulation IV von 1968. In ihr werden nahezu ausschließlich konkrete Klangereignisse, Außenaufnahmen und bereits existierende klassische und populäre Musik bis hin zu einer James Bond Titelmelodie (Du Lebst nur zweimal) zu einer dichten Collage verwoben. Es  ist eine radikale Abkehr vom puristischen Erzeugen elektronischer Klänge am Sinustongenerator, ein Hineinhorchen in die schrille, lebendige, aber auch verstörende Welt zwischen Attraktion und Ablehnung.

Ein weiteres Thema in Fritschs Werk ist seit den frühen 60er Jahren die Verwendung von Live-Elektronik, beispielsweise in der Komposition Partita von 1965/66 für Viola, Kontaktmikrofone, Filter und Regler. Gleich drei Musiker bedienen das live-elektronische Instrumentarium, das die Klänge des einzelnen Violaspielers moduliert und in verfremdeten Kanons reproduziert.

Trotz der Konzentration auf sein kompositorisches Schaffen blieb Johannes Fritsch zeitlebens Musiker und Improvisator. Er entwickelte eine eigene Form der strukturierten Improvisation oder die Improvisationskomposition. Das prominenteste dieser Werke ist sicher Violectra, ein Stück für Viola d´Amore und Synthesizer, das Fritsch seit 1971 in vielen Ländern Europas, in Amerika und Japan aufgeführt hat. Die zahlreichen Aufnahmen dokumentieren den Weg eines Werks durch 35 Jahre Musikgeschichte und ästhetischen Wandel. Der Kern der Komposition – das tonale Zentrum, aufgespalten im Prisma der Ringmodulation, die langsamen musikalischen Prozesse im Kontrast zum energiegeladenen Tremolospiel, oft bis zur Erschöpfung – ist immer erkennbar. Seine musikalische Ausgestaltung ist allerdings wechselhaft und spiegelt Fritschs Auseinandersetzung mit Themen der Zeit und ästhetischen Moden. Violectra ist eine Art klingende Selbstbiographie des improvisierenden Komponisten.

Ein weiterer Aspekt in Fritschs Werk ist die Interkulturalität. Die ersten Stücke, die sich diesem Thema annehmen sind Kyo Mu für Shakuhachi und Tonband von 1982 und Nagori für Shamisen und Stimme von 1987.

In einer Vielzahl seiner Stücke komponiert Fritsch mit bereits existierender Musik oder inhaltlich aufgeladenem klanglichen Material. Er arbeitet mit präzisen oder stilistisch assoziativen Zitaten aus Klassik, Pop, Jazz und schafft eine Metakomposition durch neues Verknüpfen bereits formulierter musikalischer Inhalte. Dieses gewichtige Thema in Fritschs Werk findet sich in zahlreichen seiner Kammermusiken, aber auch in allen Orchesterwerken in unterschiedlicher Ausprägung. Zuerst in Akroasis von 1966/68, zuletzt im Konzertstück für zwei Schlagzeuger und Orchester von 1999. Hier sind zu verwischten Erinnerungen aus der abendländischen Musikgeschichte auch Texte aus dem I Ging, Vogelstimmen, drumcomputer und das Schnarren mechanischer Spielzeuge zu hören – ein riesiger Brückenschlag vom Alltäglichen zum Besonderen, vom Profanen zum Heiligen. Diese Werke sind Musik für den gebildeten Hörer. Denn wer die vielfältigen, teilweise versteckten Zitate nicht erkennt, dem entgehen wichtige Aspekte in der beziehungsreichen Gesamtdramaturgie des Werks.

Mindestens so wesentlich für sein Werk wie die eben beschriebene Metakomposition ist Fritschs Auseinandersetzung mit verschiedenen Tonsystemen, mit Mikrotonalität und reiner Stimmung oder sagen wir: mit der Schnittmenge von Tönen und Zahlen. Am deutlichsten tritt dieser Aspekt in zwei Werken aus dem Jahr 1973 hervor: In Musica Mundana, einer Transposition der Planetenbahnen in den Hörbereich und in Übersetzung von Emotion in Proportion, einem Orgelwerk in 7 Teilen. Aber auch im Streichtrio 2006 erweitern rein gestimmte 5., 7. und 11. Obertöne die Skala der chromatisch temperierten Intervalle.

Das Streichtrio 2006 verweist aber noch auf einen weiteren Aspekt, der Fritschs Musik seit den 80er Jahren zunehmend bestimmt. Es ist die Reduktion des Materials, die Beschränkung auf das Wesentlichste, das nötig ist, um einer Komposition Form und Gestalt zu geben und die glasklare Artikulation desselben. Wiederholungen abgeschlossener Gedanken, die fast übergangslos nebeneinander stehen, vollkommene Durchhörbarkeit, kein Verstecken hinter komplexen Konstruktionen, langsame Tempi, einfache Rhythmen und keinerlei Zeitdruck zeichnen dieses Komponieren aus.

So schreibt Johannes Fritsch im Vorwort zum Damals-Tryptichon von 1992 für 3 Stimmen und 6 Instrumente von der „Klarheit und Bescheidenheit, nur das Notwendigste und Richtigste zu sagen und diesen Inhalt in die angemessene Form zu bringen – so wie der Damals-Text von Beckett mit all seinen Wiederholungen und Variationen es unnachahmlich geleistet hat.“

 

AUTOR UND VERLEGER

Johannes Fritschs Aktivitäten als Autor, Verleger, Herausgeber, Veranstalter und damit als Mitgestalter des Kölner und des Deutschen Musiklebens sind eng verflochten mit dem Kölner Feedback Studio Verlag. In zwei Etagen eines Hinterhauses im Kölner Belgischen Viertel befanden sich die Verlagsräume und das Aufnahmestudio, das gleichzeitig als Veranstaltungsraum für die Hinterhausmusiken diente. Heute würde man diesen Ort wohl als „Zentrum der Musikvermittlung“ bezeichnen. Aber vor vierzig Jahren, als Fritsch diese Arbeit im Dienste der Vielfalt der zeitgenössischen Musik begann, war der Begriff der „Musikvermittlung“ noch lange nicht vom kulturpolitischen Sprachgebrauch geprägt.

Das Verlagsprogramm des ersten Deutschen Komponistenverlags besteht heute aus ca. 300 Titeln von 20 Urhebern. Es vereint ohne kommerzielle Präferenzen etablierte Komponisten und Außenseiter der zeitgenössischen Musik unter der Prämisse der künstlerischen Originalität und Qualität. Unter den ersten Verlagsautoren finden sich die Namen Klarenz Barlow, Michael von Biel, Peter Eötvös, Rolf Gehlhaar, David Johnson, Messias Maiguashca und John McGuire.

Seit 1971 fanden im Feedback Studio gut 150 „Hinterhausmusiken“ statt: Portraitkonzerte junger Komponisten der Kölner und der internationalen Avantgarde, Vorträge und Workshops von Komponisten und Interpreten Neuer Musik und Konzerte mit außereuropäischer Musik. In diesem Zusammenhang sei auch auf die Weltmusikkongresse aus den 70er und 80er Jahren verwiesen, die das Feedback Studio in Kooperation mit der AG Musik in Ostwestfalen-Lippe und dessen Leiter Peter Ausländer veranstaltete. Die Publikationen und Konzertmitschnitte dieser Kongresse sind heute noch ein reicher Fundus von ebenso authentischen wie differenzierten Darstellungen der Musik anderer Kulturen.

Das Feedback Studio und der Herausgeber Johannes Fritsch publizierten 35 Jahren lang eine eigene Schriftenreihe, die Feedback Papers. Die Reihe umfasst 46 Hefte und Bücher und zeichnet eine Geschichte der Neuen Musik abseits der philharmonischen Hauptwege und etablierten Festivals. In den letzten Tagen erschien in dieser Reihe das Buch Musik und Sprache, literarische Aspekte in den Kompositionen von Johannes Fritsch von Oxana Omeltschuk.

Johannes Fritsch selbst ist Autor von 36 längeren Texten und Essays zu kompositionstechnischen, musikästhetischen und musiksoziologischen Themen. Viele davon sind in den Feedback Papers erschienen und wecken das Interesse des Lesers mit Titeln wie Die Erschaffung der Weltseele in Platons Timaios, Die Tonalität des Harry Partch, Musik und Kybernetik, Musik und Symmetrie oder Mickey-Mouse-Assoziationen. Vor drei Wochen erschienen seine gesammelten Schriften, Vorträge, Interviews und Werkkommentare (1964-2006) beim Schot Verlag in einem Band mit dem Titel Über den Inhalt von Musik.

 

LEHRER

Der Lehrer Johannes Fritsch war der Vielfalt der zeitgenössischen Musik gegenüber offen und aufgeschlossen. Ihn interessierte aufrichtig die Musik Anderer. Viele Facetten außereuropäischer Musik waren ihm bekannt und geschätzt. Ästhetische Gegenpole wie Schönberg, Stravinsky, Stockhausen, Zimmermann, Rihm, Zimmermann (Walter), Cage, Boulez, Feldman und Partch waren ebenso Gegenstand seines Unterrichts wie Obertongesang der Mongolei, nordindische Kunstmusik, indonesisches Gamelanorchester oder japanische Shakuhachi Musik. In seinen Lehrveranstaltungen wurde über die Schriften von Dahlhaus und Adorno sowie von mittelalterlichen Gelehrten und altgriechischen Philosophen diskutiert und gestritten. Neben Analysestunden und Seminaren zu vielfältigen Themen der Neuen Musik unterrichtete er so entgegengesetzte Fächer wie Improvisation und Musikästhetik oder ein Fach namens „Allgemeine Harmonik“ in dem über Zahlen und Schwingungsverhältnisse gegrübelt wurde.

Zu offen, zu informiert und gebildet, als dass er Rezepte für richtiges oder falsches Komponieren lehren konnte, förderte Johannes Fritsch insbesondere die Eigenart eines jeden Schülers. Und die äußerst unterschiedliche Musik von z. B. Georg Hajdu, hans. w. koch, Sigfried Koepf, Harald Münz, Oxana Omeltschuk, Markus Schmickler, Volker Staub, Andreas Wagner und Caspar Johannes Walter ist ein Beleg für den Lehrer, der seine Schüler darin unterstützt, das Eigene zu finden und auszudrücken. Wie kaum ein Anderer hatte er die Gabe, das Potenzial und den individuellen künstlerischen Weg des einzelnen Schülers zu erkennen und zu fördern.

Komplexe Fragen beantwortete er selten aus der Perspektive der eigenen Meinung, sondern mitunter durch Verweise auf noch komplexere Literatur: „Wenn Sie sich mit dem Verbindenden zwischen den Künsten beschäftigen wollen, dann lesen Sie doch Cassirers Philosophie der Symbolischen Formen“, oder: „in der Mythologica von Claude Lévi Strauss gibt es hochinteressante Ausführungen über den Sprachcharakter der Musik“, oder: „im Timaios und im Staat sind Platons wichtigste Gedanken zur Weltenharmonie formuliert.“ Auf diese Weise lernten seine Schüler Bücher und Denker kennen, die ein Leben lang faszinieren.

 

Ich habe Johannes Fritsch als einen äußerst großzügigen Menschen kennen gelernt, der auch außerhalb des Unterrichts, in Mittagspausen oder nach Konzerten gerne mit seinen Studenten zusammen war und häufig alle ohne großes Aufheben einlud. Er war ein Professor, der ganz selbstverständlich jede Arbeit machte, Konzerteinladungen und Programme kopierte, frankierte oder Adressen klebte, der nach Konzerten Lautsprecher, Instrumente und Notenpulte schleppte oder bei Hinterhausmusiken das teilweise spärliche Publikum mit Handschlag begrüßte. Er war ein Komponist und Verleger, der sich für die Sache und die Menschen, die er schätzte, stark machte, ohne hierdurch einen eigenen Gewinn zu erzielen.

Johannes Fritsch hatte auch zeitlebens einen Hang zum Unkonventionellen, vielleicht sogar zum Subversiven. Er hatte Respekt vor Menschen, die in kein Schema passten und keinem geradlinigen Lebens- und Karriereweg folgten. Er nannte sie liebevoll „Originale“, Einzelne eben, von denen es keine Kopien oder Serien gab. So publizierte der hoch gebildete Musik-Akademiker auch ein Buch über Straßenmusik in Köln.

Ich erinnere mich gerne an die Improvisationsstunden, die er in die Hügellandschaft des Odenwaldes verlegte. Ein Hörraum ohne Wände in dem sich Musik und Umweltgeräusche aus verschiedenen Richtungen vermischten und durchdrangen. Die Kursteilnehmer schlugen sich improvisierend und lauschend in die Büsche, stolperten durch das Unterholz und fanden, wenn der Orientierungssinn nicht versagte, nach einigen Stunden bei Einbruch der Dunkelheit auf einer Lichtung zusammen, wo Fritsch seine Schüler durch Schläge auf  einen Backblechgong wieder zusammenrief – das Backblech erzeugte, nebenbei bemerkt, unharmonische Obertonspektren.

 

Johannes Fritsch starb am 29. April 2010 nach langer und schwerer Krankheit in Bonn.

Wir trauern um einen großen Künstler und einzigartigen Menschen. Er hat Spuren in unserer Erinnerung, in unserem Handeln und in unseren Herzen hinterlassen und wir sind dankbar für die lehrreichen, inspirierenden, andächtigen und auch unbeschwerten Stunden, die wir in seiner Gegenwart verbringen durften.

 

für den Vorstand des INMM

im Mai 2010

Volker Staub

9.5. – 19.9. – Timm Ulrichs – MUSEUM RITTER

Timm Ulrichs

Blick zurück nach vorn

 

09. Mai bis 19. September 2010

Eröffnung: 08. Mai 2010, 17 Uhr

 

Ab 9. Mai 2010 zeigt das MUSEUM RITTER eine Einzelausstellung über den „Totalkünstler“ Timm Ulrichs, der mit seinen Arbeiten die Kunst des deutschsprachigen Raums nachhaltig beeinflusst. In diesem Jahr feiert Timm Ulrichs seinen 70. Geburtstag.

Das MUSEUM RITTER ist die erste Institution, die ihn aus diesem Anlass mit einer Einzelausstellung ehrt und sein genreübergreifendes Schaffen anhand von rund 80 Collagen, Siebdrucken und Installationen dokumentiert.

Timm Ulrichs hat abseits des künstlerischen Mainstreams ein komplexes Werk entwickelt, das sämtliche kunsthistorische Kategorien sprengt und weder Stil- noch Gattungsgrenzen kennt. Die Ausstellung im MUSEUM RITTER zeigt  80 Werke aus den vergangenen 50 Schaffensjahren des Künstlers gezeigt. Ein filmisches Porträt und mehrere Arbeiten im Außenraum ergänzen die Präsentation.

„Und wie es sich für einen rastlos schaffenden kreativen Kopf wie Timm Ulrichs gehört, der sich selbst zum Totalkünstler ernannt hat, wird das Ergebnis umfassend und vielfältig, retrospektiv und zukunftsweisend sein: „Ein Blick zurück nach vorn“, erklärt Museumsleiterin und Kuratorin Gerda Ridler.

Trotz der Vielgestaltigkeit seines künstlerischen Schaffens bekennt Timm Ulrichs: „Zwei Seelen wohnen in meiner Brust – eine dadaistische und eine konstruktivistische“. Die Aus stellung im MUSEUM RITTER konzentriert sich größtenteils auf Arbeiten, die in der Tradition des Konstruktivismus stehen und damit der Programmatik des Museums entsprechen. Der genaue Blick auf Alltägliches, das Hinterfragen von allgemein Gültigem und die Verflechtung von Kunst und Leben lassen sich als roter Faden in Timm Ulrichs` Oeuvre verfolgen. Eines seiner Ziele ist es, das Unmögliche nicht nur möglich, sondern sichtbar zu machen. Und so darf man sich als Besucher nicht wundern, wenn man in der idyllischen Landschaft des Aichtals in unmittelbarer Nachbarschaft des Museums sowohl tanzenden Bäumen als auch der Quadratur des Kreises begegnet.

Zur Ausstellung erscheint ein deutsch-englisches Katalogbuch im Verlag Das Wunderhorn zum Preis von € 19,90. Alle Besucher erhalten zu Ihrem Eintrittsticket eine kostenfreie Audioführung.

Parallel zu dieser Ausstellung zeigt das MUSEUM RITTER die Werkschau „Vom Entwurf zum Bild“ über das noch weitgehend unbekannte zeichnerische Schaffen des Schweizer Künstlers Camille Graeser. Weitere Informationen zu beiden Ausstellungen finden Sie unter:

www.museum-ritter.de

 

Pressetexte und druckfähige Bilder stehen im Pressebereich auf unserer Website bereit:

www.museum-ritter.de (Login: presse / Passwort: waldenbuch

 

Ihre Ansprechpartnerin im MUSEUM RITTER

Simone Groß    Tel. 07157.53511-30

Presse-/Öffentlichkeitsarbeit

 

klangpol jetzt auch im Internet!

Jetzt auch im Internet!

Liebe Freundinnen und Freunde von klangpol,

nun ist sie online: Unsere neue Website www.klangpol.de!

Hier können Sie sich ab sofort über alle Projekte von klangpol informieren.
Neben einer ausführlichen und aktuellen Programmübersicht werden nun auch im Internet die einzelnen Netzwerkpartner präsentiert. Außerdem gibt es eine Dokumentation, in der Fotos, Videos und Pressekritiken von vergangenen Veranstaltungen berichten. 
Wer Lust auf Neues hat – neue Darstellungsformen, neue Eindrücke, Neue Musik, erfährt mehr dazu jetzt auch im Weltweitnetz!

14. – 17.10 – Trossingen – Vermittlung Zeitgenössischer Musik – Donaueschinger Musiktage

14. bis 17. Oktober 2010

Vermittlung

Zeitgenössische Musik-

Donaueschinger

Musiktage

 

Fortbildung

 

Bitte senden Sie Ihre Anmeldung bis zum 30. Juli 2010

an die Bundesakademie. Die Zulassung erfolgt in der Reihenfolge des Posteingangs.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Im Falle einer Absage der Fortbildung

vonseiten des Veranstalters (z. B. wegen geringer Teilnehmerzahl,

Krankheit) werden bereits geleistete Zahlungen erstattet. Weiter-

gehende Ansprüche bestehen nicht.

 

Tagungsort

Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen

Hugo-Herrmann-Straße 22, 78647 Trossingen

Telefon: +49 7425 9493-0

Homepage: http://www.bundesakademie-trossingen.de

Kosten

Teilnahmegebühr…………………………………………………………………… 70,00 €

Zweibettzimmer (teilw.Vollpension)……………………………………..  70,00 €

Einzelzimmer (teilw.Vollpension)………………………………………… 100,00 €

Den Teilnehmern dieser Fortbildung gewährt die Festivalleitung

der Donaueschinger Musiktage eine Ermäßigung der Konzert-

kartenpreise bis zu 50 %. Dieses Kontingent steht nur bis zum

25. August zur Verfügung. Nach Ihrer Anmeldung erhalten Sie

ein entsprechendes Anforderungsformular.

 

Seit nahezu einem Jahrhundert schreiben die Donaueschinger

Musiktage neue und neueste Musikgeschichte. Mit ihren Kon-

zerten, Workshops und Komponistenportraits bewegen sie sich

ganz unmittelbar am Puls aktueller musikalischer Strömungen

und Entwicklungen. Die TeilnehmerInnen der Fortbildung erhalten

die Gelegenheit, durch Konzert- und Probenbesuche, Referate

und Diskussionen sowie persönliche Begegnungen mit Komponis-

ten und Interpreten, die kreative Atmosphäre des renommierten

internationalen Festivals in besonders intensiver Weise zu erleben.

Diesen »Geist von Donaueschingen« auch in die Unterrichtspraxis

zu übertragen, ist das Ziel der zweiphasigen Fortbildung der Bun-

desakademie Trossingen, die in Kooperation mit ihren bundeszent-

ralen Partnerverbänden, mit Schott Music-Zeitschriften sowie den

Donaueschinger Musiktagen stattfindet.

Im Rahmen eines einführenden Praxisworkshops wird es neben der

Erarbeitung neuer Unterrichtsideen und -methoden auch Raum

für den kollegialen Austausch über Vermittlung und Ausübung

zeitgenössischer Musik geben. Die hier gewonnenen Impulse

und Anregungen sollen durch den anschließenden gemeinsamen

Besuch der Donaueschinger Musiktage vertieft werden.

Zielgruppe

Lehrkräfte und pädagogische MitarbeiterInnen an Musikschulen

und im freien Beruf sowie MusiklehrerInnen an allgemein bilden-

den Schulen, interessierte Multiplikatoren und StudentInnen

Themen und Inhalte

I. Praxisworkshop

• Zentrum und Peripherie als musikalische Gestaltungsprinzipien

in der zeitgenössischen Musik: Annäherung durch schulprak-

tische Beispiele (siehe auch Schülerprojekt innerhalb des Festi-

vals) und konzipierte Improvisationen

• Praktische Erprobung und Präsentation verschiedener Vermitt-

lungskonzepte am Beispiel von Werken aus der Reihe Abenteu-

er Neue Musik www.abenteuer-neue-musik.de (Markus Hechtle,

Carsten Hennig, Orm Finnendahl, Jay Schwartz, Arnulf Herr -

mann, Saed Haddad)

• Experimentelle Entwicklung einer „Uraufführungs-Notfalldidak-

tik“: Ein didaktischer Notfallkoffer für spontane Konzertbesuche

Neuer Musik mit unbekannten Werken (anhand des Donau-

eschinger Festivalprogramms)

• Vorstellung von Komponistinnen und Komponisten der diesjäh-

rigen Donaueschinger Musiktage; Einführung und musikpädago-

gische Anregungen zum Werk von Pascal Dusapin

II. Besuch der Donaueschinger Musiktage

• Besuch von Proben und Konzerten der Donaueschinger

Musiktage

• Einführende Referate und Diskussionen mit Komponisten und

Interpreten

Bitte bringen Sie für die praktische Arbeit in den Workshops

Instrumente mit.

Dozenten

François Förstel

seit 1992 Musiklehrer am Isolde-Kurz-Gymnasium Reutlingen;

Fachberater für Musik am RP Tübingen und Lehrbeauftragter am

Seminar Tübingen; zahlreiche Lehrgänge zum Thema Neue Musik;

langjähriger Leiter der Lehrerfortbildung zu den Donaueschinger

Musiktagen

Silke Egeler-Wittmann

Studium der Schulmusik und Germanistik an der HdK und der TU

in Berlin, 1985 Gründung des Trios Die Schwindlinge, Interpretati-

on dadaistischer und futuristischer Lyrik, CD-Produktion „What a

Beauty“ -  Lautgedichte v. Kurt Schwitters (Wergo); Tätigkeit beim

Landesmusikrat Rheinland-Pfalz, Gymnasiallehrerin für Musik und

Deutsch in Grünstadt, dort seit 1996 Leiterin der AG – Neue Musik

am Leininger-Gymnasium; Konzerte, Uraufführungen, Tanzper-

formance-Produktionen, Zusammenarbeit mit Komponisten; bun-

desweite Tätigkeit in der Lehrerfortbildung; Publikationen u. a.

zum Thema Neue Musik in der Schule

Bernhard Rißmann

Studium an der Hochschule für Musik Köln (Violoncello), Kammer-

musikstudium beim LaSalle Quartett (USA); ab 1979 Mitglied des

Ensemble Köln für Neue Musik; Orchester- sowie pädagogische

Tätigkeit; Initiator u. künstl. Leiter der Heiligenberger Musikwoche,

Festival für Neue Musik (gemeinsam mit dem Geigenbauer Arthur

Bay); 1995 Gründung des Streichseptett Heiligenberg (Ensemble

für Neue Musik); Schulprojekte mit zeitgenössischer und experi-

menteller Musik

Christina Hollmann (Leitung)

Dozentin an der Bundesakademie

Zeitplan

Die Fortbildung beginnt am Donnerstag mit dem Nachmittags-

kaffee. Ab Freitagnachmittag werden die begleitenden Veranstal-

tungen und Konzerte im Rahmen der Donaueschinger Musiktage

gemeinsam besucht. Der Transfer zwischen Trossingen und Donau-

eschingen wird mit Fahrgemeinschaften organisiert.

 

Informationen:

Christina Hollmann

Dozentin

Bundesakademie für musikalische Jugendbildung

Postfach 1158

78635 Trossingen

 

Tel. 07425 9493-0

Fax 07425 9493-21

 

Neue Ausgabe der Internet-Zeitschrift Ästhetische Bildung – “Stadt als ästhetischer Erfahrungsraum”

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

ich erlaube mir, auf die kürzlich erschienene zweite Ausgabe der von Gundel Mattenklott und Constanze Rora herausgegebenen Zeitschrift Ästhetische Bildung hinzuweisen.

Thema der aktuellen Ausgabe ist die “Stadt als ästhetischer Erfahrungsraum” – mit Beiträgen von Gundel Mattenklott, Kirsten Bischoff, Alexander J. Cvetko, Jan Kanehl, Elias Zill, Verena Landau, Viola Mattern, Dominik Abonyi, Stefan Roszak, Kirsten Winderlich und Eva Maria Stegemann.

Die Zeitschrift ist kostenlos im Internet unter der Adresse

www.zaeb.net

erhältlich.

Wir freuen uns über Ihre/Eure Lektüre und jede Rückmeldung!

Herzliche Grüße, 

Ihr/Euer

Stefan Roszak

--
Stefan Roszak
Universität der Künste
Fakultät Bildende Kunst
Fachgebiet Musisch-Ästhetische Erziehung
Bundesallee 1-12
10719 Berlin
Tel. 030 3185-2081
Fax 030 3185-2876
www.maerz.udk-berlin.de 

Serviceagentur Kultur macht Schule

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

es gibt sie zwar im gesamten Bundesgebiet, dennoch können längst nicht alle
Kinder und Jugendliche daran teilnehmen: Kulturelle Bildungsangebote in der
Schule brauchen daher eine ausgereifte Vernetzungsstrategie. Zum 1. Februar
2010 hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
(BMFSFJ)
die “Serviceagentur Kultur macht Schule” bei der Bundesvereinigung
Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) eingerichtet. Als bundeszentral
arbeitende Agentur verfolgt sie das im Koalitionsvertrag formulierte Ziel
der Bundesregierung, “die Möglichkeiten im Schnittfeld Jugend, Kultur und
Schule zu nutzen und qualitativ und quantitativ auszubauen.”

Weitere Informationen zur “Servicagentur Kultur macht Schule” entnehmen Sie
bitte beigefügter Pressemitteilung. Über die Berücksichtigung in Ihren
Medien freuen wir uns sehr!

Mit bestem Dank und freundlichen Grüßen
Helga Bergers


Bundesvereinigung
Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.
Küppelstein 34
42857 Remscheid

Fon: 02191.79 43 93
Fax: 02191.79 43 89

Internet: www.bkj.de

BKJ-Presseinformation

Mehr Bildungschancen durch Vernetzung!
Bundesjugendministerin Kristina Köhler gibt Startschuss für „Serviceagentur
Kultur macht Schule“

Remscheid, 02.02.2010. „Das Kunststück Zukunft soll für alle Kinder und
Jugendlichen gelingen“, so die Bundesjugendministerin Dr. Kristina Köhler
(CDU). „Deshalb bauen wir jetzt ein starkes Netzwerk aus Jugendbildung,
Kultur und Schule, das die Barrieren auf dem Weg zur Bildungsrepublik
überwindet.“ Mit der Einrichtung der „Serviceagentur Kultur macht Schule“
zum 1. Februar 2010 bei der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und
Jugendbildung (BKJ) legt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend (BMFSFJ) einen wichtigen Grundstein auf dem Weg zu mehr
kommunalen Bildungslandschaften. „Nur so können langfristig
Chancengerechtigkeit und kulturelle Teilhabe für alle Kinder und
Jugendlichen ermöglicht werden. Gerade bildungsbenachteiligte Jugendliche
können nur durch ausgereifte Vernetzungsstrategien erreicht werden“, so die
Bundesministerin.

Für die neue Legislaturperiode hat sich die Bundesregierung eben das zum
Ziel gesetzt: „Es gilt, die neuen Möglichkeiten im Schnittfeld Jugend,
Kultur und Schule zu nutzen und qualitativ und quantitativ auszubauen“,
heißt es in Kapitel III des Koalitionsvertrages. Hildegard Bockhorst,
Geschäftsführerin der BKJ, begrüßt, dass das Bundesjugendministerium diesen
Vorsatz mit der Einrichtung der bundeszentral arbeitenden Servicestelle in
die Tat umsetzt. „Wir wollen eine starke Jugendhilfe, die Jugend stärkt, die
junge Menschen teilhaben lässt und ihre Potenziale fördert“, so Bockhorst.
Dienstleistungs- und bedarfsorientiert wird die neue Serviceagentur in der
BKJ Geschäftsstelle in Remscheid für einen Qualitätstransfer zwischen Bund,
den einzelnen Ländern und den Kommunen sorgen. Und besonders wichtig: Sie
unterstützt Träger und Einrichtungen der Kulturellen Bildung darin, sich an
der aktiven Mitgestaltung lokaler Bildungslandschaften zu beteiligen. BMFSFJ
und BKJ sind sich einig: In einer aktiven Vernetzungsarbeit liegt eine große
Chance für die langfristige Stärkung der Kulturellen Bildung in Jugendhilfe
und Schule.

Ein wichtiges Instrument, vielfältige Kooperationen von Kultur und Schule
anzuregen, ist für das BMFSFJ der bundesweite Wettbewerb MIXED UP und die
Vergabe der mit insgesamt 15.000 Euro dotierten MIXED UP Preise. Das BMFSFJ
prämiert damit außerschulische Kooperationspartner der Kulturellen Bildung,
die den Lernort Schule mit Kunst und Kultur gestalten. Es sind innovative
Bildungspartnerschaften, die Kindern und Jugendlichen kreativ-künstlerische
Lernformen zugänglich machen. Die BKJ wird im Rahmen der „Serviceagentur
Kultur macht Schule“ den MIXED UP Wettbewerb ausrichten. Vom 20.04. bis zum
30.06.2010 können sich Kooperationsteams aus Schulen und Trägern der
Kulturellen Bildung um einen der sechs Anerkennungspreise im Wert von je
2.500 Euro bewerben.
Neben strukturbildenden Unterstützungsmaßnahmen und der Betreuung von MIXED
UP wird sich die Serviceagentur auch auf methodisch-konzeptioneller Ebene
der Qualitätssicherung widmen: Fortbildungsveranstaltungen, ratgebende
Publikationen, Fachtagungen und Workshopreihen für Praktiker/innen gehören
zum Dienstleistungsangebot der BKJ Fachstelle in Remscheid.

„Für die BKJ ist die Entscheidung der Bundesregierung ein bedeutender
Schritt dahin, Kulturelle Bildung als unverzichtbar für die Allgemeinbildung
anzuerkennen“, so der Vorsitzende der BKJ, Dr. Gerd Taube. „Die Künste sind
für die Stärkung junger Menschen besonders wertvoll. Musik, Theater, Tanz
etc. in der Schule und in der außerschulischen Jugendbildung zu fördern und
stärker zu verzahnen, heißt, Jugendlichen und Kindern verbesserte
Ausgangsbedingungen für eine gelungene Bildungsbiografie und die Entwicklung
ihrer Persönlichkeit zu bieten. Mehr denn je brauchen junge Menschen
umfassende Bildungsgelegenheiten, um sich orientieren und das eigene Leben
in die Hand nehmen zu können.“

Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Kontakt und weitere Informationen:
Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) e. V.
„Serviceagentur Kultur macht Schule“
Ansprechpartnerin: Viola Kelb
Küppelstein 34, 42857 Remscheid
Fon: 02191.79 43 90, Fax: 02191.79 43 89

www.bkj.de

www.kultur-macht-schule.de

www.mixed-up-wettbewerb.de

Neu erschienen: „Strategie Kulturelle Vielfalt“. Themenheft Nr. 4 des
Magazins KULTURELLE BILDUNG
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Einzelheft: 4,00 € Abonnement: 7,20 €/ Jahr

Förderung des Jazznachwuchses in Hessen

 

Kuratoren:
Janusz Stefanski (Musiker & Dozent))
Allen Jacobson (Musiker & Dozent)
Wolfram Knauer (Leiter des Jazz-Instituts Darmstadt)
Peter Schneckmann (Veranstalter & Kultur in der Fabrik)

Jazz hat in Hessen – und insbesondere in der Stadt Frankfurt – eine lange Tradition. Wer darüber spricht, denkt sofort an Musiker wie Albert und Emil Mangelsdorff, an das älteste Jazzfestival der Welt und auch an die sommerliche Reihe „Jazz im Palmengarten“. Immer noch können sich die Region und das Land herausragender Jazzmusiker rühmen, die auf den internationalen Bühnen präsent sind. Viele von ihnen gehören allerdings in die Altersgruppe der „50+“.

Es ist leider nicht zu übersehen, dass es gegenüber den „glorreichen Zeiten“, als sich Frankfurt mit gutem Recht als „Hauptstadt des Jazz“ ansehen konnte, deutliche Veränderungen gegeben hat. Oft wird darüber geklagt, dass es gerade für den Nachwuchs der jüngeren Jazzmusiker zu wenig Chancen gibt, gefördert zu werden und Bühnenerfahrungen zu sammeln.

Mit einem kleinen Beitrag will nun der Verein „Kultur in der Fabrik e.V.“ gemeinsam mit der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK) und dem Jazz-Institut Darmstadt in dem von ihm betriebenen Kulturzentrum „Die Fabrik“ dafür sorgen, dass sich diese Situation verändert.

Das Motto des Projekts, „jazzlab“, gibt bereits den wichtigsten Hinweis auf den inhaltlichen Ansatz der Idee: Vertreter der „alten Garde“ sollen jeweils mit einer Nachwuchsformation im Proberaum arbeiten und sie auf der Bühne präsentieren. Im Vordergrund steht dabei stets das musikalische Profil des Nachwuchses, auch wenn die “coaches” beim Konzert mal zum eigenen Instrument greifen.

Partner und ein Kleeblatt von Kuratoren

Um dem Projekt von Beginn an gute Startbedingungen zu geben, hat sich der Verein erfolgreich nach Kooperationspartnern und Experten umgesehen. So ist gleich zu Beginn die Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt (HfMDk) mit an Bord, vertreten durch den MusikerAllen Jacobson, der auch für das JazzFest der Hochschule verantwortlich zeichnet. Damit ist auch der Studiengang der HfMDK einbezogen. Bekannte Jazzmusiker wie Michael Sagmeister, Annemarie Roelofs, Gerd Putschögl, Christoph Spendel und Vitold Rek und andere mehr unterrichten hier.

Durch die Mitarbeit von Wolfram Knauer, dem Leiter des Jazz-Instituts in Darmstadt, das unter anderem Herausgeber des „Wegweisers Jazz“ ist, stehen dem Projekt umfangreiches Wissen und ein Netz von Kontakten zur Verfügung. Schließlich bringt auch Schlagzeuger Janusz Stefanski, hessischer Jazzpreisträger 2003 und seit 1993 Dozent in der Abteilung Jazz und populäre Musik an der Universität Mainz eine über 40-jährige Bühnenerfahrung mit ein.

Gemeinsam mit ihnen bildet Peter Schneckmann als langjähriger Veranstalter und Vertreter für die „FABRIK“ das Kleeblatt der Kuratoren, die sich als Vermittler zwischen den jungen Musikern und der „alten Garde“ sehen. Von ihm stammt auch die Idee für die Veranstaltungsreihe.

Aufgabe der Kuratoren ist, diejenigen Nachwuchsmusiker auszuwählen, die sich zunächst für eines der vier für 2010 anvisierten Konzerte in der „FABRIK“ bewerben.

Offenheit für alle Stilrichtungen – aber “mehrheitlich hessisch” & “im Schnitt bis 30″ muss es schon sein

Offen ist „jazzlab“ für alle Jazzer, die (im Banddurchschnitt) noch nicht älter als 30 Jahre sind, ihren Lebensmittelpunkt mehrheitlich in Hessen haben und aussagefähiges Material zur Verfügung stellen können. Eine Eingrenzung durch eine bestimmte Stilrichtung des Jazz besteht ausdrücklich nicht. Die genaueren Anforderungen können auf dieser Webseite (siehe rechte Spalte) eingesehen und bei der „FABRIK“ als PDF-Datei abgerufen werden.

Bühnenerfahrung und Medienpräsenz im Zusammenspiel mit hessischer Jazzprominenz zu unterstützen, Professionalität im Umgang mit Veranstaltern wie Medien zu fördern – und nicht zuletzt neue (nicht nur musikalische) Erfahrungen in der Kooperation mit der „alten Garde“ anzubieten, darin bestehen die wichtigsten Ziele von „jazzlab“.

Begonnen wird bereits am 17.2.2010 mit einem Konzert, in dem Janusz Stefanski und Allen Jacobson gemeinsam eine junge Band präsentieren, die sich an der Hochschule für Musik zusammengefunden hat und ihre erste CD präsentieren wird: „The Academic Project (TAP)“.

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamtes der Stadt Frankfurt am Main.

Neue CD Martin Schüttler mit Eva Zöllner

Liebe Freunde, Bekannte und Kollegen,

gerade ist eine neue CD erschienen, die ich hiermit gerne empfehlen möchte:
Martin Schüttler: Pelze & Restposten
(enthält u.a. seine Komposition “Augenbildermusik” für Akkordeon und Zuspielung)
http://www.wergo.de/shop/de_DE/3/show,261743.html

Mit den besten Wünschen für einen sonnigen Herbst,
Eure/Ihre Eva Zöllner
www.eva-zoellner.de

Alfred Zimmerlin

Liebe Freundinnen und Freunde 

Es freut mich, eine neue CD und meine neue Website www.alfredzimmerlin.ch ankündigen zu können.

 

Neue CD:

Alfred Zimmerlin: Euridice – Chamber Music

 2. Streichquartett «mit kleinen Wellen an jedem Blattrand (wie eines Windes Lächeln)». Carmina Quartett (Matthias Enderle, Susanne Frank, Wendy Champney, Stephan Goerner).

Euridice singt.  Szene für Sopran, Oboe, Violoncello und Klavier auf ein Libretto von Raphael Urweider. Æquatuor (Sylvia Nopper, Matthias Arter, Tobias Moster, Ingrid Karlen).

1. Streichquartett. Aria-Quartett (Thomas Füri, Adelina Oprean, Ettore Causa, Conradin Brotbeck).

ECM Records ECM New Series 2045 (Vertrieb Schweiz: Phonag).